Fränkische Braukunst: Kellerbier

Eine regionaltypische Spezialität aus Franken ist das Kellerbier, das man hier häufig

auch Zwickel nennt. Es wird weder filtriert noch gespundet. Das bedeutet, dass während der Nachgärung des Bieres kein Gegendruck gegeben wird und ein Teil der Kohlensäure entweichen kann.

Der Begriff Spunden stammt aus Zeiten, als das Bier in großen Holzfässern reifte. Am Fass befand sich eine Öffnung, das Spundloch, aus dem die während der Lagerung entstehende Kohlensäure austreten konnte. Um einen Überdruck in den Fässern zu vermeiden, entfernte man den Holzzapfen (Spund).

Das „ungespundete“ Kellerbier enthält weniger Kohlensäure als andere Biere. Es ist sehr bekömmlich und wird frisch ausgeschenkt. Keller- und Zwickelbiere sind hell bis bernsteinfarben, vollmundig und hefeblumig mit einem ausgeprägten Malzaroma.

Vielfalt der Sorten: Spezialitätenbiere

Zu den geschützten Bierspezialitäten gehört das Kölsch. Dieses helle, obergärige Vollbier aus Gerstenmalz darf nur von Brauereien hergestellt werden, die der sogenannten Kölsch-Konvention angehören. Das hopfenbetonte Bier zeichnet sich durch einen Stammwürzegehalt von rund elf Prozent aus. Die typischen Kölschstangen sind übrigens deshalb so klein, weil das Bier stets frisch vom Fass getrunken werden sollte.

Biersommeliers bei der Verkostung Biersommeliers bei der Verkostung selection

Die obergärige Bierspezialität Alt stammt aus Düsseldorf. Eingebraut wird sie aus dunklen Gerstenmalzen. Altbiere sind meist stark gehopft und von kräftigem, hopfenbetontem Geschmack.

Aus dem angelsächsischen Sprachraum stammt der Name eines nahrhaften dunklen Biers, das bevorzugt von englischen Hafenarbeitern konsumiert wurde. Porter hat einen hohen Anteil an Hopfen und Malz und erhält seinen kräftigen Geschmack mit der feinherben Hopfennote während einer langen Reifezeit.

Hierzulande wurde die Bierspezialität beliebt, weil sie durch die starke Hopfung und hohe Stammwürze sehr haltbar ist und hervorragend als Reiseproviant taugte. Heute wird sie von einigen deutschen Brauereien in ihrem Spezialitätensortiment geführt. Mit 16 Prozent Stammwürze und über sieben Prozent Alkohol zählt Porter zu den Starkbieren.

Beachtlich immerhin, dass diese Sortenvielfalt bis heute aus nur vier Zutaten entsteht.

Autor/in: Claudia Schweikard


 
Vielfalt der Sorten