Fastenproviant: Bock & Doppelbock

Seit Jahrhunderten braut man in Bayern saisonale Fastenbiere, die starken Kraftspender stammen aber ursprünglich aus dem Norden. Der Überlieferung zufolge wurde im Jahr 1351 in Einbeck bei Hannover ein kräftiges Bier gebraut, das Herzöge wie Fürsten von seiner Qualität überzeugte.

Ab sofort importierte man das Brauereierzeugnis aus Norddeutschland nach Bayern. Das Bier „nach einpöckscher Brauart“ passte sich dem bayerischen Sprachgebrauch an und wurde zum Bock. In den Klöstern nutzte man das kalorienstarke Gebräu zur Stärkung während der Fastenzeit. Doppelbockbiere erkennt man in Bayern an der Wortendung „-ator“.

Bock- und Doppelbockbiere können als unter- oder obergärige Biere eingebraut und vergoren werden. Es gibt helle und dunkle Varianten, die im Geschmack entsprechend abwechslungsreich sind. Der Großteil wird jedoch untergärig aus Gerstenmalz gebraut.

Deutscher Brauer-Bund e.V.

Der Stammwürzegehalt von Bockbieren darf nicht unter 16 Prozent liegen, ihr Alkoholgehalt beträgt über sieben Prozent. Doppelbockbier ist ein besonders kräftiges Bier mit mindestens 18 Prozent Stammwürze und rund acht Prozent Alkohol.

Im Geschmack sind die untergärigen Starkbiere malzblumig, vollmundig und süffig, aber auch hopfenbetont und fruchtig. Die obergärigen Starkbiere mit Weizenbock und Doppelweizenbock zeichnen sich durch eine zusätzliche hefeblumige, fruchtige Note mit Aromen von Banane, Aprikose und Nelken aus. Sie sind von goldgelber, goldbrauner bis dunkelbrauner Farbe. Die Bezeichnung Stark- oder Bockbier ist in Deutschland gesetzlich geschützt.

Nicht ganz „frei“: Leichtbiere & Alkoholfreie Biere

Alkoholfreie Biere sind eine genussreiche Alternative, wenn sich der Konsum von Alkohol ausschließt. Ganz frei von Alkohol sind diese Produkte jedoch nicht. Die gesetzlich zulässige Grenze für die Deklaration „alkoholfrei“ liegt bei einem Alkoholgehalt von 0,5 Prozent. Die geringen Alkoholrestmengen sind erwünscht, da Alkohol als Lösungsvermittler für Aromastoffe dient.

Die Herstellung von alkoholfreien Bieren kann nach unterschiedlichen Verfahren erfolgen. Analog zum Brauverfahren für Malzbier kann der Gärprozess verfrüht unterbrochen werden, so dass nicht die gesamte Zuckermenge in Alkohol umgewandelt wird.

Typische Bieraromen entstehen jedoch im Verlauf der Gärung. Um den klassischen Biergeschmack vollständig zu erhalten, gibt es weitere Herstellungsmethoden: Man braut normale Vollbiere ein, denen der Alkohol nachträglich entzogen wird. Diese Verfahren arbeiten mit Osmose, Dialyse, Vakuumdestillation oder Dünnschichtverdampfung.


 
Vielfalt der Sorten