Nomen est Omen: Export & Lager

Die Bezeichnungen Export und Lager geben Auskunft über den ursprünglichen Verwendungszweck dieser Biere: Sie waren gedacht für den Versand über die Stadtgrenze hinaus und bisweilen sogar für den Export ins Ausland. Wegen der langen Transportwege war eine andere Herstellungsweise erforderlich, die die frisch gebrauten Biere haltbarer machte.

Im Gegensatz zu den Bieren, die für den regionalen Ausschank erzeugt wurden, braute man sie stärker ein, um sie nach ihrer Ankunft am Zielort mit Wasser zu verdünnen und auf die gewünschte Trinkstärke anzupassen. Wasser war überall verfügbar und man sparte zudem Transportkosten.

In England hat sich der Begriff Lager stärker etabliert als in Deutschland. Noch im 19. Jahrhundert nannte man alle untergärigen Vollbiere mit einem Stammwürzegehalt von rund 11–14 Prozent Lagerbier.

Hierzulande sind die Bezeichnungen Export und Lager manchmal Ausdruck regionaler Sprachunterschiede. Doch die Bierverordnung unterscheidet beide Biere deutlich: Lager ist ein helles Vollbier mit geringerer Bittere und einem Stammwürzegehalt um 11, maximal 12 Prozent. Export muss auf jeden Fall einen Stammwürzegehalt von 12,5 Prozent aufweisen und ist damit auch malzbetonter.

Ostdeutsche Tradition: Schwarzbier

Die Wurzeln des dunklen Bieres lassen sich bis ins Mittelalter zurückverfolgen. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus einem Thüringer Dokument des Jahres 1543. Hier im Osten Deutschlands hat es seinen Ursprung. Bis zur Erfindung des Pilseners gehörte es zu den meistgebrauten Bieren in Deutschland.

Deutscher Brauer-Bund e.V.

Im Mittelalter verschiffte man Schwarzbier sogar bis nach Indien und in die Karibik. Mit dem Trend zu regionalen Spezialitäten kehrt das untergärige Vollbier inzwischen an den Stammtisch zurück.

Seine tiefdunkle Farbe lässt vermuten, dass es sich um ein Starkbier handelt, das trifft jedoch nicht zu. Die Farbe rührt vom Einsatz der Zutaten mit dunklen Spezial- und Röstmalzen her, die den Bieren einen ausgeprägten Röstmalzcharakter verleihen.

Im Geruch sind sie meist malzblumig mit leichter Hopfennote, im Geschmack zeigen sie Röstmalzaromen sowie eine abgerundete Hopfenbittere. Man trinkt dieses Bier aus den typischen Schwarzbierpokalen bei einer Temperatur von acht Grad.


 
Vielfalt der Sorten