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Bier

Vielfalt der Sorten

Mit dem Sortenreichtum aus einer jahrhundertealten Braukultur kann wohl nur der Wein konkurrieren. Dass man allein in Deutschland ca. 5000 verschiedene Biere kennt, ist das Resultat dieser langen Tradition.

Domäne des Nordens: Pils

Der untergärig gebraute, spritzig-herbe Gerstensaft ist in Deutschland Spitzenreiter: Rund zwei Drittel der deutschen Biere werden nach Pilsener Brauart hergestellt. Seine Verbreitung ist vergleichsweise jung, denn erst die Erfindung der industriellen Kühlung im 19. Jahrhundert ermöglichte die Produktion von Pils in großem Stil. Für den Gärungsprozess des hellen und stark gehopften Biers benötigt man Temperaturen zwischen vier und neun Grad.

Erfunden wurde es von dem bayerischen Braumeister Josef Groll, den man im Jahre 1842 nach Pilsen berief, um ein gutes untergäriges Bier nach bayerischer Art zu brauen. Im Gegensatz zur dunklen Variante, die damals in Bayern en vogue war, kreierte Groll jetzt ein helles Pendant.

Die speziellen Rohstoffe prägen den Charakter des Bieres: böhmische Braugerste, Saazer Hopfen und das eisenhaltige Pilsner Wasser. Ein charakteristisches Pils zeichnet sich durch seine helle bis goldgelbe Farbe aus, die Geschmacksnoten sind von einer feinen Bittere geprägt. Die Beschaffenheit des Brauwassers spielt eine entscheidende Rolle. Dieser „Körper des Bieres“ weist einen niedrigen Härtegrad auf.

Spritziges aus dem Süden: Hefe- & Kristallweizen

Das obergärig gebraute Bier ist, anders als das Pils, keine Erfindung der Neuzeit. Man braut es seit Jahrtausenden, denn für den Brau- und Gärprozess kommt man ohne Kühlung aus. Mit der Verbesserung der Brautechnik und dem Boom der Pilsbiere ging der Konsum von Weizenbier im 19. Jahrhundert zurück.

Seit den 1960er Jahren erlebt das weiße Gebräu eine Renaissance, weil es weniger Bitterstoffe enthält und einen erfrischenden Geschmack hat. Inzwischen hat Weizenbier auch nördlich des Weißwurstäquators viele Fans. In Bayern kennt man über tausend Weizenbiere, die lokal geprägt sind. Die Palette der angebotenen Sorten reicht von hell oder dunkel, naturtrüb oder klar bis zu leicht oder alkoholfrei.

Deutscher Brauer-Bund e.V.

Weizenbier muss in Deutschland mindestens zur Hälfte aus Weizenmalz hergestellt werden, den restlichen Anteil stellt Gerste. Die für diese Gärungsart erforderlichen höheren Gärtemperaturen führen zu einer vermehrten Bildung von Estern und höheren Alkoholen, die den Bieren ein fruchtiges Aroma mit Bananen- und Pfirsichnoten oder eine zarte Nelkennote verleihen.

Kristallweizen sind meist von heller, klarer Färbung. Für ihre Herstellung filtriert man Hefe und Schwebstoffe nach der Gärung heraus. Bei den Hefeweißbieren reicht das Farbspektrum von hell, goldgelb oder nussbraun bis zu schwarz. Die dunklen Sorten zählen oft zu den Starkbieren.


 
Vielfalt der Sorten

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