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Das heute beim Oktoberfest ausgeschenkte Märzen hat jedoch mit dem Ursprung nicht mehr viel zu tun, es entspricht in Geschmack und Farbe eher dem „Wiener Export“. Märzenbiere stellen zwar eine eigene Biersorte dar, lassen sich aber auch bei den Exportbieren einordnen.

Sie sind körperbetont, malzaromatisch mit gelegentlichen Karamelltönen und werden eher mild gehopft. Dunkleres Märzen bayrischer Brauart wird bei 9 °C ausgeschenkt und harmoniert gut zu kalten Platten, Cremesuppen, Schmorbraten, pikantem Käse, Torten und Soufflés. Helles Märzen nach österreichischer Brauart serviert man bei 7 °C, z. B. zu Kanapees, Eintopf, hellem Braten, mild-würzigem Käse und Nusskuchen. Beide Märzen schenkt man im Glasseidel mit Henkel aus.

Wo das Export zu Hause ist

Wie der Name schon sagt, liegt der Ursprung des Exports in der Notwendigkeit, ein möglichst lange haltbares Bier für den Transport über weitere Strecken zu haben, um so weiter entfernte Absatzmärkte beliefern zu können. Hierzu wurde Export mit einer höheren Stammwürze von 12 – 14 Prozent und 5 – 6 Prozent Volumenalkohol gebraut.

So wie andere untergärige Biere konnte sich Export erst nach Einführung der technischen Kühlung durchsetzen. Dieses Bier lässt sich in drei verschiedene Brauarten aufteilen: Dortmunder, Münchner und Wiener Export.

Dortmunder Export, kurz Dortmunder, oder Dortmunder Helles sind wohl der bekannteste Exporttyp. Es hat seinen Ursprung in der 1430 in Dortmund gegründeten „Krone am Markt“, welche 1729 von der Familie Wenker erworben und später durch die Marke „Dortmunder Kronen“ bekannt wurde. Heinrich Wenker braute gemeinsam mit seinem Vater 1843 im elterlichen Brauhaus das erste untergärige Bier. Bereits 1873 wurde das Brauhaus als Großbetrieban die Kronenburg außerhalb der Stadt verlegt.

Bei der neuen Biersorte konnte man sich über Nachfrage nicht beklagen, so dass auch andere Dortmunder Brauer die Brauart aufgriffen – darunter Fritz Brinkhoff, Gründer der gleichnamigen Biermarke.

Als erster Braumeister der Dortmunder Union entwickelte er 1887 Dortmunder Helles, den Erzählungen nach eher zufällig durch Vertauschen von hellem mit dunklem Braumalz. Die Nähe zu den Kohlezechen und Stahlhütten des Ruhrgebietes machte Export für lange Zeit zum Arbeiterbier schlechthin. Um 1900 zählte man in der Metropole im Ruhrgebiet mehr als 30 Brauereien. Nur in Berlin und München wurde mehr Bier gebraut. 1960 war Dortmund, bezogen auf den Bierausstoß, sogar europäische Bierhauptstadt. Heute gibt es in Dortmund immer noch acht Biermarken. Bekannt sind z. B. die Dortmunder Actien-Brauerei (DAB), die Dortmunder Union und Brinkhoff’s.

Typisches Dortmunder ist von kräftig-goldener Farbe und malzbetont im Geschmack. Die leichte Süße harmoniert sehr gut mit spürbarer Hopfenbittere, die jedoch nicht so herb ist wie beim Pils. Durch den Anteil an Sulfaten im Dortmunder Brauwasser sind dezente schwefelige Noten in einem guten Export dieses Typs geduldet.

Im Vergleich zum Dortmunder wird Münchner Export ursprünglich mit dunklem Münchner Malz gebraut. Deshalb können diese Biere hell-golden bis dunkel in der Farbe sein. Die traditionelle Münchner Brauweise verwendet eine im Vergleich zum Dortmunder eher dezente Hopfengabe. Das kalkhaltige Münchner Brauwasser würde das Bier bei zu starker Hopfengabe sonst kratzig schmecken lassen.


 
Junge Biersorten auf Erfolgskurs